
Der Wittener Preis für Gesundheitsvisionäre ist ein Preis für Start-Ups mit innovativen Ideen rund um das Gesundheitswesen. Er wurde 2015 von Frau Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich von einem studentischen Team der Universität Witten/Herdecke organisiert. Sechs Finalisten erhalten auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit ihre Ideen und Lösungen vor einer hochkarätigen Fachjury zu pitchen und ein Preisgeld von insgesamt 10.000 € zu gewinnen.



Insbesondere in Zeiten zunehmender Arbeitsverdichtung, hybrider Arbeitsmodelle und permanenter Erreichbarkeit bringen Stress, Überforderung und Unsicherheit viele Beschäftigte an ihre persönliche Belastungsgrenze. Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Berufslebens selbst gesundheitliche Beeinträchtigungen zu entwickeln oder betroffene Kolleg:innen im direkten Arbeitsumfeld zu erleben, ist so hoch wie nie. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Arbeitsbedingte psychische Belastungen zählen inzwischen zu den häufigsten Ursachen für Krankheitstage, wobei die Ausfalldauer im Durchschnitt deutlich höher ist als bei körperlichen Erkrankungen. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen niedrigschwellige Unterstützungsangebote – Probleme werden oft erst dann adressiert, wenn sie bereits zu längeren Ausfällen oder Kündigungen führen.
Mit dem Wittener Preis für Gesundheitsvisionäre möchten wir Startups die Möglichkeit bieten, innovative Lösungen zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit am Arbeitsplatz zu präsentieren. Ziel ist es, für arbeitsbedingte Belastungen zu sensibilisieren, präventive Ansätze sichtbar zu machen und neue Wege aufzuzeigen, wie Unternehmen die Gesundheit, Motivation und Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig stärken können..
Place Health at the heart of your business!

Die gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz nehmen stetig zu und führen bei vielen Beschäftigten zu einem hohen physischen und psychischen Druck, der ihre Leistungsfähigkeit, Motivation und langfristige Gesundheit beeinträchtigt. Häufig wirken sich diese Belastungen nicht nur auf das Arbeitsleben, sondern auch auf das private Wohlbefinden aus. Zwar wächst das Bewusstsein für die Bedeutung von Gesundheit am Arbeitsplatz, doch tradierte Arbeitskulturen, Zeitdruck und individuelle Überzeugungen („Das gehört halt zum Job“) führen weiterhin dazu, dass Belastungen unterschätzt, ignoriert oder erst sehr spät adressiert werden.
Ein großer Teil der Erwerbstätigen erlebt im Laufe seines Berufslebens erhöhte psychische Belastungen. Zeitdruck, hohe Arbeitsintensität, permanente Erreichbarkeit oder mangelnde Kontrolle über die eigene Arbeit können Stress, Erschöpfung und Überforderung begünstigen. Diese Belastungen äußern sich unterschiedlich – häufig in Form von anhaltendem Stress, innerer Anspannung oder Konzentrationsproblemen. Psychische Belastungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Fehlzeiten und stellen eine zentrale Herausforderung moderner Arbeitswelten dar.
Stressbedingte Erkrankungen gehören zu den am stärksten wachsenden Gesundheitsrisiken im Arbeitskontext. Chronischer Stress kann langfristig zu Erschöpfung, Motivationsverlust und verminderter Leistungsfähigkeit führen. Besonders problematisch ist, dass Stress häufig schleichend entsteht und lange unbemerkt bleibt. Typische Anzeichen sind emotionale Erschöpfung, reduzierte Belastbarkeit, Schlafstörungen sowie nachlassende Konzentration. Ohne präventive Maßnahmen kann anhaltender Stress sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Neben psychischen Faktoren spielen auch körperliche Belastungen am Arbeitsplatz eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Beschäftigten. Einseitige Bewegungen, ergonomisch ungünstige Arbeitsplätze oder schwere körperliche Arbeit können zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen. Diese zählen seit Jahren zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Körperliche Beschwerden wirken sich dabei nicht nur auf die Arbeitsleistung aus, sondern können auch das allgemeine Wohlbefinden und die langfristige Beschäftigungsfähigkeit erheblich einschränken.
Der Wittener Preis für Gesundheitsvisionäre wird im November acht Jahre alt und feiert damit Jubiläum. Grund genug für einen Rückblick auf die vergangenen Jahre.